| Prof. Dr. Dagmar Rinker
Otl Aicher, ein Kriegsverweigerer, welcher sich
noch während des Regimes offen gegen die Hitlerjugend entschied, war zweifelsohne eine wichtige
Persönlichkeit im gebeutelten Nachkriegsdeutschland.Der politische Aktivist nahm regelmäßig an
Friedens-, sowie bürgerlichen Protestbewegungen teil. Immer dabei: Seine Frau Inge Aicher-Scholl. Die
große Schwester von Sophie und Hans Scholl, der wohl bekanntesten Mitglieder der weißen Rose.Seine
politischen Aktivitäten, sowie seine familiären Bande brachten seinen Projekten nach dem Krieg auch
auf internationaler Ebene viele Unterstützer ein.
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Aichers berühmte Olympia-Piktogramme wurden
entwickelt, um eine zielgruppenlose Kommunikation zu gewährleisten. Eine universell lesbare
Bildsprache, sollte dem internationalen Publikum der Spiele eine möglichst schnelle uns lückenlose
Orientierung ermöglichen.
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Denkt man an Design im Zusammenhang mit den
Olympischen Spielen 1972, fällt kaum ein anderer Name als Otl Aicher. Das dieser in seinem eigens für
die Spiele eingerichteten Büro in München mit zeitweise bis zu 40 Gestaltern zusammen arbeitete,
wissen die wenigsten. Obwohl Aicher später sehr positiv über die Arbeit im Team sprach, werden Namen
wie Rolf Müller (Artdirector), oder Elena Winschermann (Waldimama) nur selten erwähnt.
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Otl Aicher gilt als Vater der visuellen
Kommunikation in Deutschland. Sein Können im Erschaffen einheitlicher Systeme bewies er schon vor den
Spielen viele Male. Eines der wohl bekanntesten Beispiele hierfür: Die visuelle Neugestaltung der
Lufthansa im Jahre 1962. Vom Logo bis zum Bordgeschirr, alles aus einem Guss. Trotzdem galt die, bis
ins kleinste Details ausgearbeitete, visuelle Einheit der Spiele als bis dahin einmalig.
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Spielerische Leichtigkeit und Offenheit galten
als Leitmotiv der „heiteren Spiele,“ oder “Regenbogenspiele,“ wie sie auch genannt
wurden.Eine klare gestalterische Linie, ein striktes Rotverbot, strahlende Farben, sollten die
Sommerspiele 1936 in Berlin in den Hintergrund rücken.
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Der Ausdruck „Regenbogenspiele“ ist
heute wohl allgemein bekannt und basiert auf der Farbcodierung der Spiele.Das Team bediente sich sechs
Grundfarben, basierend auf den Spektralfarben des Regenbogens, welche durch Zusatzfarben, sowie durch
Silber und Weiß ergänzt wurden.
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Die Olympischen Spiele 1972 in München zeichneten
sich unter anderem durch starke Farben, geometrische Formen und ihre einmaligen Piktogramme aus.
Deutsche Präzisionsarbeit, neu gedacht. Leicht, energetisch, frisch. Ein Meilenstein deutscher
Designgeschichte, welcher nicht nur den Ruf der Stadt, sondern der gesamten Nation veränderte.